Anselm Feuerbach | Pfingstrosen (Päonien) | Displayed motifs: Rose, Flower, Madonna, Putto,

Pfingstrosen (Päonien)

Anselm Feuerbach
1871
Neue Pinakothek, München

Original description: Das Gemälde Anselm Feuerbachs zeigt die überbordende Pracht aufgeblühter Pfingstrosen, die zu einem dichten Strauß zusammengebunden sind. Sieben an der Zahl, werden die Blumen von allen Seiten dargestellt und bieten somit ein gleichermaßen farbliches wie formales Feuerwerk von berückender Schönheit. Vordergründig scheint dem Stillleben zunächst zwar jegliches »memento mori« zu fehlen, die illusionistische Erinnerung an den Verfall alles Sterblichen, die seit den frühesten Beispielen untrennbar mit diesem Genre verbunden ist. So sind von Würmern oder Schnecken angefressene oder dem Verwelken nahe Blätter nicht zu beobachten – ja, wären kaum denkbar in dieser lebensvollen Blüte. Allerdings handelt es sich bei den »Päonien« tatsächlich auch um eine von vier Vorübungen (von denen eine verschollen ist) zum großen »Gastmahl des Plato« (Berlin, Nationalgalerie), die während eines Aufenthaltes in Heidelberg gemalt worden sein sollen. Von keinem Ordnungsfaktor in ihrer »pathetischen Vitalität« (Claude Keisch) gebändigt, zeigen die Pfingstrosen vielmehr das Vermögen Feuerbachs, den dramatischen Gehalt seiner Bilder noch bis ins Detail lebendig durchzugestalten.